Es ist Wochenende und ein lässiger Bouldertag im Kremstal steht auf dem Programm. Witterungsbedingt waren einige Boulder triefend Nass, aber es gab genug trockene Linien. Eben typisch fürs Frühjahr. Leider traf ich auf eine Gruppe junger Boulderer, welche mit Campingaz Bunsenbrenner Griffe trockneten.

Für mich ist so ein Verhalten unverständlich. Das Trocknen mit Brennern kann nicht gut für den Felsen sein. Sprengt den Felsen? Verbrennt das Magnesium? Macht die Oberfläche glatter? Wirkliche Langzeituntersuchungen gibt es nicht, daher sollte man den Brenner daheim lassen. Neben den reinen physikalischen Fakten stellt sich die entscheidende Frage der Ethik.
- Klettern ist ein Outdoor Sport. In meinem Verständnis sollte man sich Natur und Wetter anpassen.
- Wenn etwas nass ist – Geduld zeigen und abwarten, oder eine andere Route klettern.
- Schonend mit dem Felsen umgehen, die Kletterer in 50 Jahren werden es uns danken.
Die Verwendung von Bunsenbrenner und sonstigen brennenden Werkzeugen wird auch von den meisten Kletterern abgelehnt. Helft mit andere darauf aufmerksam zu machen.
Die tatsächlichen, genauen Auswirkungen sind mir nicht bekannt, daher habe ich in meinem Text auch hinter jede meiner Vermutungen (z.B.: Felssprengung) ein ? gesetzt. Ich glaube mich erinnern zu können, das es in Frankreich (Bleau) diese Diskussion vor 5 Jahren gab. Und soweit ich weiß gibt es unter den Boulderern einen breiten Konsens gegen Lötlampen & Co. Der Verzicht auf solche Hilfsmittel ist eine Frage des Stils.


